February Reflections on Marlen Haushofer’s “Die Wand”

Sie wissen, was das Wort “Gattung” bedeutet: Genre.  Ein Märchen ist eine Gattung der Literatur; Kurzgeschichten sind eine Gattung; und auch der Begriff Roman sagt uns etwas.  Wenn Sie ein Wort wie Märchen oder Roman hören, dann wissen Sie schon im Voraus, wie der Text ist.  Ein Märchen ist zum Beispiel relativ kurz; die Hauptfiguren sind entweder Prinzen und Prinzessinnen oder vielleicht auch fantastische Kreaturen, die sonst nicht existieren; und Sie wissen auch sofort, wie das Märchen beginnen wird (Es war einmal . . . ) und enden wird (. . . und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.).

Unser Text ist natürlich ein Roman.  Aber mehr: der Text gehört auch der Gattung “Robinsonade.”  Der Begriff kommt von dem Namen “Robinson Crusoe.”  Auch wenn Sie Daniel Defoes Roman über Robinson Crusoe nicht gelesen haben, wissen Sie, dass es um einen Mann geht, der fast 30 Jahre auf einer Insel lebt.  In der Zeit trifft er einen wilden Mann, der sein Freund wird (er heißt “Friday”), und lernt, wie man auf der Insel überlebt.

Unsere Erzählerin hat auch eine Art “Schiffbruch” erlebt, indem sie plötzlich ganz allein überleben muss; das Land hinter der Wand ist ihr fast wie eine Insel, weil sie zwischen der Wand und den Alpen gefangen ist.  Wir erfahren viel darüber, was sie im ersten Frühling und Sommer machen musste (die Geschichte beginnt Ende April), damit sie den Winter überleben kann.

Fragen:

1.  Gefallen Ihnen die langen Beschreibungen vom Ackerbau, vom Holz schneiden und von den Vorbereitungen auf den Winter?  Warum oder warum nicht?  Wie ginge es Ihnen, wenn Sie ohne Erwartung, solche Sachen machen müssten – wenn Sie plötzlich ein Robinson Crusoe wären?

2.  Unsere Erzählerin setzt sich mit ihrer Vergangenheit (vor allem mit ihrer Familie und mit ihren früheren Plänen) auseinander.  War sie mit ihrer Vergangenheit zufrieden und glücklich?  Oder unzufrieden und unglücklich?  Warum oder warum nicht?  Wenn Sie das List Taschenbuch haben, finden Sie auf S. 83, 99, 110, 113 und 133 interessante Aussagen über Familie und Kinder als “Lasten.”

[sich mit etwas auseinander•setzen = to come to terms with something] [Last = burden]

3.  Die Tiere spielen immer noch eine wichtige Rolle in ihrem Leben.  Glauben Sie, dass die Erzählerin die Tiere lieber hat als andere Menschen?  Warum oder warum nicht?  Haben Sie schon Tiere gehabt, die sie lieber hatten als andere Menschen?  Wenn ja, warum?  Was können Tiere für uns tun, was die Menschen nicht tun?  Was machen die Tiere der Erzählerin für sie, und was macht sie für die Tiere?

4.  Die Erzählerin beschreibt schreckliche Träume (bei mir auf S. 129 – 136), die sie langsam überwindet.  Warum verschwinden diese Träume?

5.  Das große Gewitter im August wird seitenlang beschrieben.  Haben Sie gern über dieses Gewitter gelesen oder schien es Ihnen zu lange?  Warum wird das Gewitter so ausführlich beschrieben?

January Reflections on Marlen Haushofer’s “Die Wand”

Hoffentlich habt ihr die ersten Seiten von Haushofers Die Wand genossen! Und hoffentlich waren auch die Fragen, die ich euch am Anfang des Monats schickte, interessant. Jetzt seid ihr daran – welche Reaktion hattet ihr auf den Text und auch auf meine Fragen? Ich stelle diese Fragen (kürzer und manchmal anders formuliert) noch einmal:

1. Warum schreibt die Erzählerin diesen Bericht?

2. Was und wie ist die Wand? Welche Ideen hat die Erzählerin über die Herkunft der Wand? Warum ist die Wand überhaupt da?

3. Wann, warum und wovor hat die Erzählerin Angst?

4. Wie ist die Beziehung zwischen der Erzählerin und den Tieren in dem Roman (ich denke an Luchs, Bella, die Katze und Perle)?

5. Was wissen wir über die Vergangenheit der Erzählerin? Was wissen wir über ihre früheren Beziehungen zu Menschen (ich denke an ihre Kinder und an ihren Mann)?

6. Welche Vorausdeutungen auf die Zukunft (auf das Ende des Romanes) findet ihr in diesen ersten Seiten? Glaubt ihr zu wissen, was passieren wird? Bleibt die Wand?